Drang nach einer Alternativen Realität

27. Januar 2021

 

1914: Der erste Weltkrieg. Europaweit wurden Euphorie, Versprechen und Hoffnungen im Kampf der europäischen Völker und ihrer Kolonien gestreut.

 

Ein bitteres Kapitel der europäischen Geschichte, das eine Kette von Ereignissen darstellt, die schwer nachzuvollziehen und doch wichtig sind. Spätestens nach dem Attentat des österreichischen Thronfolgers war klar, dass die Welt nicht mehr so klein ist, wie sie es noch vor 100 bis 200 Jahren war. Konflikte können globale Ausmaße annehmen, unschuldige Dritte können inkludiert werden und die Macht der Sprache wurde mehr denn je auf Massen angewandt, die mit tosendem Applaus ihre Söhne in den Tod schickten.

 

Weshalb war das so? Was war es, das all diese Menschen dazu veranlasste, so freudig und erwartungsvoll in eine solche Situation zu gehen?

 

Wie oben erwähnt geht es um die Sprache. Genauer genommen um die Rhetorik und um die Wahrnehmung.

 

Bereits im alten Griechenland spielte man damit. In Theaterstücken wurden übertriebene Szenarien gespielt, die die Zuschauer begeistern und gleichzeitig etwas lehren sollten. Im alten Rom wurde das Ganze dann so angewandt, dass die Massen kein Augenmerk mehr auf die eigentlichen Probleme im Reich nahmen. Panem et circenses1 zu Deutsch: Brot und Spiele. Dieses Konzept etablierte sich im alten Rom wunderbar und wurde das Konzept, um große Reiche am Laufen zu halten. Solange die Leute sich für Dinge begeistern können, sich keinen Kopf machen müssen und genug zu essen haben, gibt es ja keinen Grund zu rebellieren… so die Theorie.

 

Im Fokus steht also Ablenkung. Ablenken kann man Menschen am ehesten, wenn man sie betäubt oder ihnen scheinbare Probleme vorlegt. Klassisch in dem Kontext sind Suchtmittel und die bekannten „Stars und Promis“. In Bezug auf Suchtmittel ist es sehr einfach. Man gibt sich als Gönner, um dem Menschen etwas Gutes zu tun, indem man ihn vor bestimmten Sachen schützt. Zeitgleich lässt man ihm eine Vielfalt an Möglichkeiten, an jene Dinge zu gelangen, die erlaubt sind. Diese sind stets preiswert und im Überfluss erhältlich. Dazu zählen nicht nur illegale Drogen, Tabak und Alkohol, sondern auch andere Konsumgüter. Das unter den Jugendlichen so geschätzte Fast-Food, manipuliertes Essen und überzuckerte Getränke machen ebenso so abhängig und lassen den geschwächten Körper – in einer Spirale der Selbstzerstörung – nach mehr verlangen. Und dennoch sind viele damit einverstanden oder ignorieren es, da es erst wenn es sich zu einem gesundheitlichen Problem entwickelt greifbar ist. Dass der Geist benebelt wird, ist den meisten nicht bewusst. Auch jene, die in einer Welt der Doppelmoral leben, sind nicht besser.

 

Das Verlangen nach mehr, um genau zu sein die Unersättlichkeit des Konsumenten, wird genutzt, um einfache Menschen von tatsächlichen Problemen abzulenken. Im Kontext der Ablenkung nun die eben erwähnten Prominenten. Sofort fallen einem diverse Fernsehsender ein, die den Verstand des konsumfreudigen Menschen mit Inhalten füllen, die nicht einmal für einen heranwachsenden Schimpansen von Interesse wären. Sie sehen Menschen, die sie niemals persönlich sehen werden. Sie befassen sich mit Dingen, die sie nicht einmal indirekt etwas angehen oder sie in ihrem Leben beeinflussen. Und sie ergötzen sich am Leid, der Freude, der Sehnsucht und all den anderen Emotionen, die sie selbst kaum noch in ihrem Alltag erleben.

 

Es ist ein trauriges Schicksal. Menschen, die sich absichtlich mit ungreifbaren Dingen befassen und sich dabei noch betäuben, um dem Alltag aus dem Weg zu gehen. Sie wollen nicht in der Realität leben, da diese nicht so angenehm ist und keinen Spaß macht. Jahrzehnte der Degeneration stehen auf einem Höhepunkt. Menschen wollen angelogen werden. Sie wollen keine Fakten, sie wollen Emotionen und Unterhaltung, Konsum und Ablenkung.

 

Auch jene die behaupten sie würden sich interessieren und sich um die Zukunft kümmern, noch dazu im Rampenlicht stehen und donnernden Applaus einheimsen, sind Teil der Maschinerie, die einen jeden Menschen von den eigentlichen Problemen ablenken soll.

 

Applaus und Kritik gab es damals im ersten Weltkrieg auch in Russland. Das Zarentum war am Abgrund. Ein Staat, der Probleme hatte, seine Bürger zu versorgen, ihnen keine guten Arbeitsbedingungen schaffen konnte und einen jeden sich selbst überließ. Die damalige Idee war es, den Krieg als Ablenkung zu nehmen, um mit der Euphorie des Volkes noch einmal einige Jahre zu gewinnen… Wie das alles endete weiß denke ich ein jeder. Der Zar tot und Bürgerproteste, die zu einer roten Revolution wurden.

 

Geschichtliche Parallelen finden wir zu Hauf. Zu jedem Problem gibt es eine Ablenkung. Zu jeder Änderung gibt es einen passenden Zeitpunkt und zu jedem Versprechen gibt es eine Lüge. Der einfachste Bezug ist des Deutschen liebster Sport: Fußball. Ein gigantischer Wirtschaftszweig, der plump ausgedrückt nichts anderes beinhaltet als eine Sportart, die mittlerweile einen Kulturfaktor erreicht hat, welcher an die Weltwirtschaft gekoppelt ist. Daraus resultiert, dass alle Jahre wieder diverse Gesetze und Erlasse zufällig genau an jenen Tagen verabschiedet werden, an denen die Bürger tendenziell am wenigsten darauf achten. Man halte von diesem Sport was man will – Tatsache ist, dass er strategisch ausgenutzt wird.

 

So ist es nicht nur in der BRD, sondern in den meisten liberal-demokratischen Staaten. Im Weiteren ist es so, dass all jene, die auf die Probleme aufmerksam machen und sich (eigentlich) nicht im Raster des Konsums bewegen, die die sich nicht von der Maschinerie der Massenverdummung blenden lassen, werden dann als die Bösen stigmatisiert. Natürlich ist nicht jeder Kritiker und oppositioneller ein Held, der für die Wahrheit kämpf. Oft sind es auch jene erwähnten scheinheiligen Bewegungen, die mit der Überzeugung in den Ring steigen, den Feind zu bekämpfen, dabei aber nicht merken, dass der Feind den Boxring besitzt und selbst nicht darin ist. Auch gibt es genügend verblendete, die sich im Kreise der geistigen Inzucht auf einer Stufe befinden, die weder Logik noch Argumente akzeptieren, um bloß nicht das Wahrheitsmonopol zu verlieren. Diese Aussagen betrifft alle Strömungen und Bewegungen.

 

Wir wollen geblendet und am besten noch dabei gefüttert werden, während wir uns über Dinge aufregen, die uns nichts angehen. Wir verfolgen erfolgreiche Menschen, ohne selbst Ziele zu haben, und wir beschweren uns über den Gastank unserer Umgebung und bemerken nicht, dass wir selbst am Verrotten sind.

 

BAK Bildung

 

 

1: panem et circenses von Dichter Juvenal wortwörtlich: Brot und Zirkusspiele

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