Schwäbische Alb: ein Stück Heimat erkunden

01. Juli 2019

In Deutschland wachsen etwa 60 verschiedene wilde Orchideen-Arten. 40 davon kann man im Naturschutzgebiet Beurener Heide bei Hechingen bewundern. Wie jedes Jahr machten sich die Frauen des RNF Baden-Württemberg gemeinsam mit den Jungen Nationalisten (JN) auf den Weg um die wilden Orchideen zu suchen.

Edda und Hans Schmidt führten die Gruppe durch das Naturschutzgebiet und zeigten entsprechende Orchideenarten, darunter die Gattungen der Knabenkräuter, Nestwurzen, Ragwurzen und Hundswurzen. Den jungen Kameraden wurde erklärt, wie man die verschiedenen Arten unterscheidet und bis ins Detail besprach man die äußerlichen Merkmale der Gattungen und deren Unterarten. Ragwurzen wurden erkannt als Spinnen-Ragwurz, Hummel-Ragwurz, Bienen-Ragwurz und Fliegen—Ragwurz. In Mitteleuropa wachsen sieben Unterarten, weltweit findet man über 50 weitere. Am häufigsten kommen auf der Beurener Heide jedoch die Knabenkräuter vor – Fuchs-Knabenkraut, Purpur-Knabenkraut, Helm-Knabenkraut, uvm. Die purpurnen Hundswurzen verursachten ein Leuchten in den Augen der jungen Frauen und Mädchen. Die Pyramiden-Hundswurz, auch Pyramiden-Orchis genannt, war mit Ihrer farbigen Schönheit an vereinzelten Stellen zu erkennen und leuchtete schon von weitem durch die Blumenwiesen. Nestwurzen waren leider Mitte Juni schon fast verblüht, trotzdem konnten einige entdeckt werden, hauptsächlich die Vogel-Nestwurz.

Die Knabenkräuter tragen den botanischen Namen Orchis, der Ursprung des Wortes stammt aus dem Griechischen und bedeutet Hoden. Aufgrund der Ähnlichkeit der zwei Knollen mit den männlichen Genitalien wurden sie so benannt. Laut einer griechischen Sage werden Frauen, die die stärkere und saftigere der beiden Knollen essen, einen Jungen gebären. In der griechischen Mythologie war Orchis der Sohn eines Satyrs und einer Nymphe. Nachdem sein Sohn von Bacchanten (weibl. Teilnehmer einer Kultfeier –Orgie des Dionysos) getötet wurde, betete der Satyr zu den Göttern und Orchis wurde in die Pflanze verwandelt, die nun seinen Namen trägt. Früher wurden die Knollen als wirksame Heilkräuter angesehen. Als Schleimdroge sollten sie bei Magen-Darm-Reizungen helfen. Im Orientalischen Altertum galten sie als Aphrodisiakum. Man sprach davon, dass Zeugungsunfähige durch das Mehl der Knolle ihre Zeugungskraft wiedererlangen sollen, dadurch nennt man die Knabenkräuter bis heute noch in manchen Gebieten „Liebeswurz“.

Aber nicht nur die Orchideen waren an diesem Tag Thema. Bei der Wanderung durch die Natur an diesem sonnigen Tag im Juni erforschte man auch verschiedene Kräuter- und Heilpflanzen, die in der heimischen Natur wachsen. Hans Schmidt erklärte deren Wirkung und woran man sie erkennt. Geschmack und Geruch wurden direkt von den jungen neugierigen Wanderern erforscht und das Interesse an Wissen über die Verwendung der Pflanzen in der Küche war sehr groß. Edda Schmidt klärte über die Verwendung der Pflanzen auf, die schon unsere Vorfahren nutzen. So wurde z.B. Mädesüß schon von den alten Germanen zum Würzen des Honigweins, den wir unter Met kennen, verwendet. Auch heute ist der Mädesüß noch ein beliebtes Gewürz für Fisch- und Wildgerichte in deutschen Küchen. Als Heilkraut wird er gegen Kopfschmerzen und Sodbrennen verwendet. Als die Gruppe auf den Gelben Enzian stoß, erklärte Hans, dass der uns bekannte Enzian-Schnaps nicht wie von vielen vermutet aus blauem Gebirgsenzian, sondern aus dem gelben Enzian, der auch bei uns in der Region wächst, produziert wird.

Ein spannender und lehrreicher Tag in der schönen Natur endete im gemütlichen Beisammensein mit Kaffee und Kuchen am Wanderparkplatz. Dort wurde sich über die aktuelle politische Lage unterhalten und Mitglieder und Interessenten konnten sich austauschen und gezielt Fragen zum neu Gelernten Stellen. Diese Treffen der verschiedenen Generationen sind äußerst wichtig für die Bewegung, da man voneinander lernt. Wissen der erfahrenen Kameraden muss weitergetragen werden und der geistige Hunger und die Wissbegierde der jungen Nationalisten soll gestillt werden. Werte und Traditionen müssen fortgesetzt werden und die Bedeutung der Natur darf nicht in Vergessenheit geraten. In einer Zeit, in der viele junge Leute kaum noch das Haus verlassen, und wenn dann um draußen mit dem Smartphone zu spielen, ist es umso wichtiger, die zu fördern, die noch Interesse an Natur und Heimat haben. Als Frauenorganisation der nationalen Heimatpartei NPD ist es die Aufgabe, Werte aufrechtzuerhalten und dies aktiv in die Bewegung zu tragen. Wenn Generationen aufeinandertreffen, kommt es manchmal zu Diskussionen über verschiedene Ansichten bzgl. technischen modernen Geräten, die die ältere Generation teilweise noch ablehnt. Für uns gilt es, einen gesunden Mittelweg zu finden, die Jugend zu schulen, technische Hilfsmittel richtig und bedacht, vor allem sinnvoll zu nutzen und im Alltag einzusetzen. Bei einer Wanderung in der Natur treffen physische Lexika auf Wikipedia auf dem Smartphone. Wenn Jung und Alt versuchen Herauszufinden, wie der richtige Name einer Pflanze ist oder welcher Gattung sie angehört, werden daher auch verschiedene Hilfsmittel verwendet. Wichtig ist es daher auch, Vor- und Nachteile diesbezüglich zu erörtern und somit „das Lernen richtig zu lernen“. Nächstes Jahr werden wir wieder in der Beurener Heide auf der Suche nach Orchideen sein. Wer weiß, vielleicht tragen dann einige statt einem Smartphone ein Flora-Lexikon oder andere statt schweren Büchern ein neues Smartphone, das Pflanzen automatisch erkennt und bei Wikipedia anzeigt.

Fortschritt statt Rückschritt -Tradition schlägt jeden Trend.

Eine umfangreiche Bilderstrecke findet ihr auch hier.

 

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