Das Recht der Befreiten

24. Mai 2012

Vortragsveranstaltung in Sachsen-Anhalt

Manchmal benötigt eine objektive Nachbetrachtung einige Tage Zeit. Zeit um Gedanken zu fassen und zu sortieren, Eindrücke zu verarbeiten und Anliegen in Worte zu formen. Unsere erfolgreiche Aktionswoche „Frühjahrsputz“ haben wir an dieser Stelle bereits zusammengefasst. Doch der 8. Mai wurde entsprechend seiner weitreichenden Bedeutung weiterhin ummalt. Ein Zeitzeuge, zum Kriegsende 1945 nur noch wenige Tage im Fronteinsatz, berichtete über seine Erinnerung an diese Zeit. Überwiegend jedoch sprach er über seine Erlebnisse direkt nach der „Befreiung“; Erlebnisse, die grob unter dem Begriff „zehn Jahre Lagger“ (russischer Akzent) zusammengefasst werden können.

Doch von vorn: Zunächst wurde durch einen Redner ausführlicher über die Bedeutung des 8. Mai in Vergangenheit und Gegenwart referiert. In diesem Zusammenhang erfuhren die Gäste beispielsweise über den Einsatz negativer Feindpropaganda durch die Alliierten und ihre Wirkung. Propaganda, gezielt gegen den Kriegsgegner Deutschland angewandt und bis zum heutigen Tage an Perfektion kaum zu überbieten. Weiter ging es mit einer kurzen Zusammenfassung der Aktionen rund um den „Frühjahrsputz 2012“. Diverse Fotos der beteiligten Gruppen wurden gezeigt.

Den Hauptteil des Nachmittags nahmen aber die Ausführungen des angekündigten Zeitzeugen ein. Zusammengefasst begann sein Kriegseinsatz mit der freiwilligen Meldung zur Waffen-SS im Jahr 1943, seiner Einberufung als 17jähriger und endete mit der Entlassung aus sowjetischer Gefangenschaft kurz nach Weihnachten 1953. Bedingt durch sein Alter tatsächlich erst im Januar 1945 einberufen, währte der Fronteinsatz aufgrund einer Verletzung nur wenige Tage. Verwundet ging es für die jungen Soldaten im Lazarettzug in die ungewisse amerikanische Gefangenschaft. 

Insgesamt gab es zuhauf interessante Darstellungen, die uns an diesem Nachmittag vorgetragen wurden. Die Schilderungen der letzten Fronteinsätze, untermauert von der Umschreibung der noch vorhandenen Moral innerhalb der jungen Truppe, die Erlebnisse während der kurzen Gefangenschaft bei den Westalliierten, die Entlassung und die Rückkehr in die Heimat bildeten nur den Anfang. Weiter ging es mit den Erlebnissen in der sowjetischen Besatzungszone, mit Verrat, Gefangennahme, Verurteilung und Internierung. Insgesamt schlossen die Erzählungen bei den Zuhörern ein mehr oder weniger schon vorhandenes Bild über die Zustände unter den „Befreiern“, vor allem auch in der späteren DDR. Zustände, die ein halbes Jahr vor der Entlassung des Erzählenden am 17. Juni 1953 zu einem der größten Volksaufstände der jüngeren Geschichte führten.

Aber dessen Jubiläum steht erst noch an…

 

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