Ein Tag im Juni und dessen Vorgeschichte – Dähre / Altmark!

09. Juni 2010




Es brodelte bereits gewaltig im Herzen des Volkes des nunmehr ersten kommunistischen Staates auf deutschem Boden. Der  17. Juni 1953 und die an diesem Tag in der DDR stattfindenden Ereignisse sind noch in weiter Ferne und doch überschlagen sich die Vorfälle rasant. Nachdem das brutale Vorgehen der sowjetischen Besatzungsmacht auch nach Kriegsende kein Ende fand  und der Kurs des neuen Regimes ganz offensichtlich dem der sowjetischen Stalin-Ära gleichgestellt ward, wuchsen Resignation und Unmut in der Bevölkerung erheblich.  Ein mächtiger Volksaufstand bricht sich langsam seinen Bahn, nichtsahnend der daraus folgenden Konsequenzen für die Beteiligten und das Leben in der DDR.









Wir schreiben den 19. Dezember 1951. Wenige Tage vor dem Weihnachtsfest findet im Altmarkdörfchen Dähre ein seinerzeit üblicher Prozess statt. Das Schulhaus dient als Gerichtsstätte um einen örtlichen Bauern der die geforderten staatlichen Abgaben nicht wie gefordert leistete zu verurteilen. Ein in diesen Tagen vielbeschrittener Weg der Staatsmacht. Ganz im Sinne Stalins wurden missliebige Bauern, Handwerker und andere Privatunternehmer unter Heranziehung fadenscheinigster Begründungen enteignet und zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Wohlbemerkt ohne entsprechende Entschädigungen verloren oft seit Generationen in den Orten verwurzelte Bauern- und Handwerkerfamilien ihre komplette Existenz und wurden ganz im Sinn des proklamierten Klassenkampfes zu Feinden der Republik erklärt.

Vor diesem Hintergrund sollte nun also auch der Aufbau der örtlichen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft vorangetrieben werden. In unserem Fall kam der betroffene Bauer mit einem Strafmaß von 1,5 Jahren noch relativ glimpflich davon. Ein Strafmaß das jedoch hier das Fass zum Überlauf brachte. Flugs versammelten sich vor dem Gebäude über 80 Dorfbewohner und forderten die sofortige Freilassung des Verurteilten. Die ungeliebte Gerichtsbarkeit ist gerade dabei den Verurteilten in Handschellen in ein Auto zu verfrachten als der Mob diesen befreit und ihm zur Flucht verhilft. Entsetzt vom plötzlichen Aufbegehren können die Regimeangehörigen nur die Heimreise antreten und Bericht erstatten.

Der weitere Ausgang dieses Ereignisses aus unserer Heimat ist (uns) nicht bekannt. Die kleine Revolution von Dähre verdeutlicht jedoch anschaulich die Stimmung zur damaligen Zeit. Der Faden lässt sich bis zum 17. Juni 1953 leicht weiterspinnen und erklärt warum plötzlich, scheinbar über Nacht, über 1 Millionen Menschen aufstanden um gegen ein ungeliebtes, ja gehasstes Regime vorzugehen.

Idealisten orientieren sich an Taten. Und gerade Taten wie diese sind es, die uns auch nach fast 60 Jahren mutig in die Zukunft schreiten lassen um eben diese, einzig für unser Volk und dessen Schicksal, wohlwollend zu gestalten.




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