Friedrich Friesen – Magdeburgs unbekannter Sohn

12. März 2013

Als im Jahr 1812 der Widerstand gegen Napoleon endlich auch in Preußen großflächig aufflammt, als sich auch in unserer zum Besatzerkonstrukt des Königreichs Westfalen gegliederte Heimat gegen die Franzosen wehrt, hat Karl Friedrich Friesen bereits einige Jahre des Kampfes hinter sich. Der am 25. September 1784 in Magdeburg geborene Friesen kam bereits während seiner Zeit in Berlin in engen Kontakt mit Friedrich Ludwig Jahn, in dessen Turnerbewegung er mitwirkte. Das Ziel der Formung eines neuen, gesunden Geistes in der Jugend führte zu einem breiten Zulauf und einer tief patriotischen – antinapoleonischen Ausrichtung. Friesen führte in Berlin Turnervereine und gründete ebenso eine Schwimmeranstalt. Es ward überliefert, dass Friesen ein bewandter Turner und ein noch begnadeterer Fechter, vor allem aber ein kampfbereiter Patriot war.

Bereits im Jahr 1812 durchreist er kühn zusammen mit Adolf Freiherr von Lützow das Land um im Untergrund für dessen Freikorps zu werben. In dessen Reihen dient er selbstverständlich nach der lang ersehnten Erhebung gegen den Erzfeind auch, wird später gar zum Adjutanten Lützows befördert. Dem hinterhältigen Überfall auf das Lützowsche Freikorps bei Kitzen entkommt er mit Müh, jedoch unbeschadet. Auf seinem weiteren Weg betreut er seinen schwer verwundeten Kameraden Theodor Körner.

Am 16. März 1814 endet sein Leben nach nur 29 Jahren. In den Ardennen wird Friesen von seinem Freikorps nach einem französischen Überfall getrennt. Er wird von französischen Truppen gefangen genommen und feige erschlagen. Sein Leben endet tragisch, sein Kampf jedoch war erfolgreich!

Sein Wegbegleiter Jahn sagte schließlich anerkennend über ihn: „Er war ein aufblühender Mann in Jugendfülle und Jugendschöne, an Leib und Seele ohne Fehl, voll Unschuld und Weisheit, beredt wie ein Seher, eine Siegfriedsgestalt von großen Gaben und Gnaden, den Jung und Alt gleich lieb hatte, ein Meister des Schwertes auf Hieb und Stoß; kurz, rasch, fest, fein, gewaltig und nicht zu ermüden, wenn seine Hand erst das Eisen fasste – ein Sinner in der Turnkunst, dem Deutschland viel verdankt. Ihm war nicht beschieden ins freie Vaterland zurückzukehren, an dem seine Seele hielt. Von wälscher Tücke fiel er bei düstrer Winternacht durch Meuchelschuss in den Ardennen – ihn hätte auch im Kampfe keines Sterblichen Klinge gefällt. Keinem zu Liebe und keinem zu Leide – aber wie Scharnhorst unter den Alten, ist Friesen von der Jugend der größte aller Gebliebenen.“

Friesen – ein Magdeburger, ein Deutscher, aber vor allem ein unermüdlicher Kämpfer.

JN Magdeburg-Börde

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