Harzwind

01. Februar 2012

Winter auf dem Brocken

Eisig kalt ist der stürmische Wind, der an diesem Tag über den Gipfel weht. Längst haben Einige nicht mehr an einen rechten Winter geglaubt. Während er aber nun auch im Flachland Einzug hält – umgeben von den Flüchen und Freuden der Menschen – ist er hier seit Wochen allgegenwärtig. Der Schnee liegt in Manneshöhe auf der einzigen Zufahrtsstraße zur Kuppe dieses höchsten Berges in Mitteldeutschland. Die Bedingungen sind alles andere als angenehm für den, der Wärme und Entspannung sucht- Dennoch sind hier viele Menschen unterwegs an diesem Tag.

Es ist vollbracht, der Brocken ist erklommen – Vielen steht die Anstrengung ins Gesicht geschrieben. Und dennoch; die Kleinen freuen sich, die Großen auch. Die Verausgabung ist heute nebensächlich, sie bewirkt eher eine gewisse Genugtuung. Die klare Luft, der scharfe Wind, beeindruckende Bilder der verschneiten Harzlandschaft – wer kann hier nicht abschalten, seine Gedanken formen oder einfach die winterliche Heimat genießen.

Die Schlitten gleiten auf den schmalen Pfaden im festgetretenen Schnee, eine Dampflok zischt langsam vorbei. Die Probleme und Missstände dieser Welt, die Nöte eines Einzelnen – es scheint, sie wären weit fort an diesem Tag. Wer den Reiz der Heimat nicht erkennt, ihre tiefe Besinnlichkeit und Ruhe, der ist hier fehl! Rehe kreuzen noch in der Dämmerung den Weg abwärts. Die letzten Meter sind geschafft, wir erreichen den Ausgangsort. Die Wangen aller sind gerötet, die Füße kalt – doch ein Blick in die Runde genügt und Worte sind nicht mehr nötig: Ein gelungener Ausflug der auf Wiederholung sinnt. Spätestens im nächsten Winter. Hinaus aus der Landeshauptstadt. Denn wenn auch alles zerfällt: Die Heimat bleibt uns ewig.

JN Magdeburg

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