Truppenübungsplatz Altmark – Geschichte!

31. August 2010

Die militärische Erschließung der Heidelandschaft begann großflächig im Jahr 1934. Nach dem 1. Weltkrieg wurde das deutsche Militär auf Druck der siegreichen Alliierten fast vollständig aufgelöst. Umso notwendiger erschien es den Nationalsozialisten ab 1933 diesen Zustand, wohlgemerkt in einer Zeit absoluter Aufrüstung und allgegenwärtigen Säbelrasselns, zu beenden. Das deutsche Volk sollte durch die Bereitstellung einer starken Streitmacht einer sicheren Zukunft entgegengehen. Die Struktur einer Armee hatte sich vor allem durch den immer weiter zunehmenden Einfluss motorisierter Verbände stark verändert. Die neue Wehrmacht benötigte Platz – Platz den es in der sehr dünn besiedelten, land- und forstwirtschaftlich wenig genutzten Altmark nun einmal gab.
Der Truppenübungsplatz Altmark bzw. zu dieser Zeit die Heeresversuchsanstalt Hillersleben wurde so bis 1945 vordergründig als Übungsplatz für Artillerie-, Panzer- und Spezialgeschütze genutzt. Auch neue Waffentechniken wurden auf der über 30 km langen und 750 Meter breiten Schussbahn ausprobiert. Beispielsweise kann hier das über 1.300 Tonnen schwere Eisenbahngeschütz „Dora“ angeführt werden. Es gab diverse Testversuche die meistens der Brechung schwerer Festungsbauten oder anderer Schutzanlagen dienten.
Mit dem Kriegsende 1945 übernahmen die Sowjets für viele Jahrzehnte prägend das riesige Areal. Der Übungsplatz wurde fortan zum strategisch wichtigsten, weil am weitesten westlich gelegenen Übungsplatz des Warschauer Paktes. Grundsätzlich waren hier über 50.000 sowjetische Soldaten, zum großen Teil aus Eliteeinheiten stationiert. Das 23.000 Hektar große Areal fungiert zur größten sowjetischen Garnison außerhalb des eigenen Landes. Das Schicksal der aus allen Staaten der Sowjetunion stammenden blutjungen Soldaten war hart. In ihrer Heimat meist ohne genaue Zielangaben in einen Militärflieger verfrachtet, verbrachten sie zwei Jahre in der damaligen DDR. Dies unter strengsten Vorschriften (Ausgang war kaum vorgesehen), unter stetigem Drill und vor allem für die Meisten ohne in der Zwischenzeit die Heimat zu besuchen. Für Einige von ihnen eine nervliche Belastung der sie nicht stand hielten. Desertationen, Selbstmorde, Amokläufe – allein in Colbitz kam es desöfteren vor, dass russische Militärpolizei auf der Suche nach Desertierten das Dorf durchstreifte.
Doch mit dem Fall der Mauer gingen, wenn auch mit einigen Jahren Verzögerung auch die Sowjets. Was sie hinterließen, nachdem sie vor ihrem Abzug noch versuchten einfach Alles in Westmark umzutauschen, war erschreckend. Neben völlig heruntergekommen Neubauten, Militärwracks und verseuchten Landstrichen wurden bis 2005 über 25.000 Tonnen Kampfmittel beräumt und vernichtet. Kosten von über 200 Millionen Euro stehen zu Buche. Die zahlreichen mattgelben, gespenstisch wirkenden Blöcke nahe Hillersleben spiegeln ein gutes Bild von den Hinterlassenschaften der Sowjetarmee.

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