Vorsicht Rollstuhlfahrer

31. Dezember 2010

Bitte verstehen sie uns nicht falsch, wir möchten keineswegs über behinderte Menschen herziehen oder ganz und gar jene beleidigen. Bei der von uns gemeinten Person erscheint das Selbstbewusstsein ohnehin stark genug, um nicht gleich in tiefe Depressionsphasen zu versinken, nur weil man kritisch zu werden vermag. Aber heute ist es nun mal leider soweit, der Bundesüberwachungsminister kommt nach Halle.

Wer hat ihn nur gerufen, wer braucht ihn hier, welche Nachricht will der den Menschen bringen? Wir und ein sehr großer Anteil der Hallenser wollen ihn nicht sehen. Die Menschen haben andere Sorgen und Nöte. Nöte, von denen Herr Schäuble keine Ahnung hat. Aber ich kann sie beruhigen, den Bundesinnenminister wird das nicht stören, er vergnügt sich ohnehin viel lieber mit den Oberen der Stadt. Diese sind schließlich ebenfalls allesamt Gewinner des Kapitalismus. Ferner wissen sie genauso wenig um die Sorgen und Nöte der Menschen in ihrer Region.

Wir können es uns lebhaft vorstellen: Sektempfang, leckere Schnittchen mit Kaviaraufstrich, oberflächliche Menschen in oberflächlichen Anzügen und Kleidern sprechen über weltfremde Dinge. Dinge, die den Menschen im tristen BRD-Global-Alltag keinen Sinn verleihen, lediglich dazu dienen sollen, sie gefügig und steuerbar zu machen. Dies geschieht im Rahmen des unter Wolfgang Schäubles ständig enger werdenden Sicherheitsapparates. Und so scheint es wenig verwunderlich, dass der Herr Bundesinnenminister das Thema „Informationsgesellschaft in einer globalisierten Welt“ in den Blickpunkt des heutigen Tages stellen möchte. Viel Erfolg wünschen wir ihm dabei, möge er so viel Abscheuliches wie nur möglich von der Arbeit seines Ministeriums berichten. Den Menschen sollen die Augen geöffnet werden! – Aber wahrscheinlicher indes erscheint es wohl, sonst wäre er ja schließlich kein Ministerbonze im Merkelˋschen Kuriositätenkabinett geworden, dass er den Ausbau des Überwachungsstaates mit Hilfe blumigen Worten verschleiern wird. – Denn eines können die Politiker schließlich alle: Den Menschen weiß machen, der größte Dreck ist sei das tollste was dem Menschentum je wiederfahren ist.

Was alles hat er uns beschert? Rasterfahndung, Kontenabfrage, Vorratsdatenspeicherung, DNS-Analyse, automatisches Abfotografieren von Nummernschildern durch Mautanlagen, biometrische Daten und Fingerabdrücke in Ausweispapieren, Verknüpfung verschiedener Datenbanken und demnächst das BKA-Gesetz und eine lebenslang zugewiesene Nummer für jeden Deutschen… . Immer und überall wird man in diesem Regime observiert, denunziert und bespitzelt. Die Methoden sind wesentlich ausgereifter als noch zu Zeiten der DDR. Die Technik lässt zu, mit wesentlich weniger Personal, einen erheblich größeren Personenstamm zu überwachen. Niemand kann sich dieser Überwachung, wie beispielsweise noch in der DDR mit Hilfe des richtigen Parteibuches, entziehen. – Der paranoide Argwohn greift um sich. Vielen Dank, Wolfgang.

Deshalb unser Aufruf: Kommt heute Abend, 18Uhr, zahlreich zu den Franckeschen Stiftungen in den Johann-Anastasius-Freylinghausen-Saal. Zeigt dem abgehobenen und über allen schwebenden Minister was ihr von seinen Plänen haltet. Zeigt ihm, die Zeit in der die Staatssicherheit über die Menschen bestimmt, soll endlich Geschichte sein.

Ihr werdet feststellen, die Polizeipräsenz wird erschreckend hoch sein. Das Volk wird nicht zum angeblichen Volksvertreter vorgelassen. – Der Abschirmmechanismus funktioniert also perfekt. – Großes Lob, Schulterklopfer, Herr Schäuble.

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