Erntezeit ist Einkochzeit

10. Oktober 2011

Passend zur Jahreszeit ein kleiner Bericht einer Mutter aus dem Süden unseres Landes…

Im späten Sommer locken uns allerlei leckere Obstsorten, sie zu pflücken und zu vernaschen. Doch nicht nur frisch vom Baum naschen, dachte ich mir und machte mich mit Eimern und Körben bewaffnet daran, die reifen Früchte zu ernten. Birnen, Äpfel und Pflaumen pflückten meine fleißigen Kinder und ich von den Bäumen in unserem Garten. In Gedanken malte ich mir schon allerlei Köstlichkeiten aus, die ich später aus unserer Ernte zubereiten könnte. Marmelade, Gelee, Liköre, frisch gebackene Obstböden…

Wieder im Hause, wurde das Obst erst einmal im Spülbecken gewaschen. Da kam es zu einer kleinen Überschwemmung verursacht durch die kleinen helfenden Hände der Kinder, die wie die großen die Äpfel aus dem Wasser fischen wollten. Nur nicht schimpfen, bei so viel Arbeit kann man dankbar sein um jede helfende Hand. Egal wie klein sie ist…

Nun hieß es schälen, entsteinen, entsaften, einkochen, ansetzen und zwischendurch ein wenig naschen. Immer prüfend beobachtet von den neugierigen zwei Zwergen. „Was machst Du da?“ Tiefe Blicke in den großen silbernen Topf mit dem Saft für das Gelee. „Birnengelee“, antwortete ich und rührte und rührte. „Aber vorsichtig, es ist heiß!“

„Was machst Du jetzt?“, fragten die Zwerge, während sie die Einmachgläser wie Bauklötze stapelten. „Nun werde ich das Gelee abfüllen und die Gläser schnell verschließen, sie dann kurz umdrehen und abkühlen lassen.“ sagte ich, während ich mit dem heißen Topf und dem klebrigen Saft hantierte. Unsere Küche sah aus wie eine Marmeladenfabrik und überall klebte es. Abends setze ich dann noch einige Liköre an für die Julzeit. Hauptsächlich, um lieben Freunden und der Familie eine kleine Freude zu machen. Es freut sich bekanntlich ein Jeder über besondere Geschenke aus der Küche.

Die letzte Woche war ich so gut wie jeden Tag damit beschäftigt, die Obstmassen in meinem Keller zu bewältigen. Ich kochte Mus, Gelee und Marmelade. Ich setzte Liköre an oder verarbeitete das Obst zu köstlichem Kuchen.

Wenn man zehn Kilo Kirschen, etwa 25 Kilo Birnen und zehn Kilo Pflaumen und Äpfel verarbeitet hat, dann bekommt man einen kleinen Hauch der Bedeutung von Erntedank. Irgendwie zum Schmunzeln, dass uns heute schon das Marmelade Einkochen zum Schwitzen bringt.

Nichtsdestotrotz hat es uns doch allen große Freude bereitet. Und umso mehr freut es uns, unseren Frühstückstisch mit unserer selbst gekochten Marmelade zu decken.

Im Anschluss noch kinderleichte Rezepte für leckere Liköre. Gutes Gelingen!

Pflaumenlikör:

250 Gramm Pflaumen (entkernt und in Streifen geschnitten)

250 Gramm brauner Zucker

1     Flasche Weinbrand

Alles in einem großen Gefäß an einem dunklen, warmen Ort aufbewahren. (Ich habe es unter meine Eckbank gestellt) Von Zeit zu Zeit umrühren. Der Likör wird zur Julzeit fertig sein.

Birnenlikör:

1 kg Birnen (entkernt, geschält und zerdrückt)

400 ml Wodka (50 %)

200 ml Schnaps (Branntwein)

1 Tasse Zucker

1 TL Orangenschale

1 TL Zitronenschale

Aus dem Zucker und dem Wasser eine Zuckerlösung kochen. Abkühlen lassen. Die Birnen, die Orangen- und Zitronenschale mit dem Alkohol in eine große Flasche geben und gut verschließen. Das Gemisch an einem dunklen, warmen Ort zwei Wochen stehen lassen. Danach durch ein Tuch gießen und wieder in der Flasche zwei Wochen stehen lassen.

Jetzt noch einmal das Ganze durch ein Tuch filtern und dann kann man es in dekorative Flaschen abfüllen. Jedoch sollte der Likör vor Genuss auch noch ein paar Wochen reifen.

 

Autorin: Maria Vogel

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