Die kleine Anna und der böse Nachbar

31. Januar 2012

Unrealistisches Märchen oder grausame Realität?

Es war einmal in einem kleinen Dorf an der Spree. In diesem lebte einst ein Mädchen namens Anna. Sie war ein fröhliches Kind und ward von allen im Dorf geliebt. Am Liebsten ging Anna in ein nahes Waldstück, sammelte Beeren oder spielte ein wenig. Doch tat sie dies nie allein, hatte ihr die Mutter doch immer gesagt, sie solle auf sich achtgeben. So ging Anna mit ihren Freunden oft hinaus und lebte ein beschauliches Leben.

Als sie neun Jahre alt war, sollte sich dies jedoch ändern. Es geschah nämlich, dass an jenem Tage, trotz des herrlichen Sonnenscheines, keiner ihrer Freunde Zeit fand mit ihr hinaus zu gehen und zu spielen. Dies betrübte die kleine Anna sehr und so ging sie in den Vorgarten der Mutter, setzte sich auf einen großen Findling und weinte bitterlich. Nachdem sie einige Zeit so gesessen hatte, erschien der Herr N., einer von Annas durchaus netten Nachbarn. Er ward angelockt von dem Wehklagen der Kleinen und da er es nicht ertrug, sie so traurig zu sehen, fragte er sie, was denn passiert sei, dass sie so sehr weinen müsse.

Sie zögerte nur ganz kurz, schien sich zu fragen, ob sie dem Herrn N. Denn dies alles wirklich erzählen solle. Rasch kam sie aber zu dem Entschluss, dass es das Beste sei, mit ihm darüber zu reden. Und so schüttete ihm das Mädchen ihr kleines Herz aus. Als sie geendet hatte, grübelte Herr N. ein wenig und fragte sie, ob sie etwas dagegen habe, wenn er anstelle ihrer Freunde mit ihr spielen würde, damit sie nicht mehr so alleine sei. Anna war froh über diesen Einfall und da sie schon oft mit dem Herrn N. gespielt hatte und er ein sehr guter Freund der Familie war, zögerte sie keinen Augenblick. Sie bedankte sich stürmisch bei dem Nachbarn und lief schnell ins Haus, um ihre kleine rosa Jacke zu holen. Der Herr N. wartete geduldig und fragte sie dann, wo sie denn gerne spielen wolle und vor allen Dingen, was. Sie erwiderte mit einem verwunderten Blick, dass sie natürlich in den Wald an ihren Lieblingsplatz gehen wolle, um Verstecken oder Blinde-Kuh zu spielen. So wie sie es schon immer mit ihren Freunden getan habe. Der Mann nickte nur kurz und so gingen sie gemeinsam in den großen, schon recht dunklen Wald zum Spielen. Dort suchten sie auch Beeren und pflückten einige schöne Blumen, bis es schließlich duster wurde. Anna lachte und war glücklich wie schon lange nicht mehr. Doch als sie sich zum Gehen wandte, packte Herr N. Sie plötzlich sehr grob am Arm und hielt sie zurück. Anna erschrak und fragte, was das denn solle. Doch Herr N. erwiderte nur, dass sie jetzt nicht gehen würde, da auch er jetzt ein Spiel mit ihr spielen wolle…

Keiner weiß, was an diesem Abend in dem Wald geschah. Doch hat auch keiner die kleine Anna je wieder gesehen. Sie war wie vom Erdboden verschluckt. Es gab keine Spur von der Kleinen. Aber wenn man dem Lauf des großen Flusses folgt, der an Annas Lieblingssiedlung im Wald vorbeiführt, so kann es sein, dass man dort eine kleine rosa Jacke einsam treiben sieht…
Was mit Herrn N. geschah? Nun, wenn er nicht gestorben ist, so mordet er noch heute.


Autorin: Petra Wilhelm

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