Ein Leben für Deutschland

03. November 2011

Der Patriot Friedrich Ludwig Jahn

„Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn war der Initiator der deutschen Turnbewegung, die von Anfang an mit der frühen Nationalbewegung verknüpft war. Sie war entstanden unter anderem mit der Zielsetzung, die Jugend auf den Kampf gegen die napoleonische Besetzung und für die Rettung Preußens vor dem Untergang vorzubereiten.

Die Niederlage Preußens in der Schlacht von Jena und Auerstedt 1806 und die Besetzung deutscher Territorialstaaten durch Napoleon prägten die Entscheidung Jahns, sein Leben der Befreiung und der Einheit Deutschlands zu widmen.

Er war Lehrer in Berlin und gründete mit weiteren Personen den geheimen „Deutschen Bund“. Jahns Streben galt der Ertüchtigung aller Menschen durch Leibesübungen im Freien, verbunden mit nationaler und patriotischer Erziehung. Die Bemühungen um das „Turnen“ – wie er es nannte – gipfeln in der Einweihung des ersten öffentlichen Turnplatzes auf der Berliner Hasenheide 1811.

In dieser Zeit setzte er seine turnfachlichen Arbeiten fort, die mit dem Erscheinen seines gemeinsam mit dem Turnlehrer Ernst Eiselen verfassten Buches „Die Deutsche Turnkunst“ einen Höhepunkt erreichten. Hierin hat er die Vielfalt jener Körperübungen beschrieben, die nach seinem Verständnis unter den Begriff „Turnkunst“ fallen. Das Wirken Friedrich Ludwigs Jahns begann Früchte zu tragen: Bis 1819 entstanden in Preußen und anderen deutschen Staaten über 150 Turnplätze. Jahn hielt Vorträge über das deutsche Volkstum, in denen er das politische System und die Kleinstaaterei angriff.

Seine Turner bewährten sich 1813 im Lützower Freikorps, in dem er selbst einer der Kommandanten war. Nach der siegreichen Völkerschlacht bei Leipzig war Jahn mit verschiedenen Aufträgen für die preußische Regierung befasst, die ihm in Anerkennung seines Wirkens einen lebenslangen Ehrensold gewährte. 1815 gründeten die ehemaligen Lützower die Urburschenschaft auf der Grundlage von Jahns Ideen: Freie Rechte für alle deutschen Bürger, Verfassung und Einheit des Vaterlandes.

An dieser Stelle ein nach wie vor gültiges, charakteristisches Zitat des Turnvaters:
„Ein Volk, das mit Lust und Liebe die Ewigkeit seines Volkstums auffasst, kann zu allen Zeiten sein Wiedergeburtsfest und seinen Auferstehungstag feiern.“

Volksverhetzung anno 1815

Um die Ordnung in Europa nach dem Sieg gegen Napoleon zu zementieren, gründeten 1815 die drei Mächte Russland, Österreich und Preußen die sogenannte „Heilige Allianz“ In den folgenden Jahren schlossen sich die meisten europäischen Mächte an. Auch die Regierungen der 39 einzelnen deutschen Bundesstaaten erkannten all diese Ordnungen an. Die Bevölkerung Deutschlands aber war keineswegs einverstanden. Sie fühlte sich nach den opferreichen Befreiungskriegen gegen die napoleonische Willkürherrschaft um die Früchte ihrer Siege betrogen. Fürst Metternich, der Staatskanzler Österreichs, war der tonangebende Mann im Deutschen Bund und versuchte mit allen Mitteln, die deutsche Einigkeit zu verhindern.

In  dieser Zeit breiteten sich im Volke immer stärker werdende nationale Bestrebungen aus. Die politische Burschenschaft, eine Vereinigung mehrerer Stundendenverbindungen, strebte unter dem Leitwort „Ehre, Freiheit, Vaterland“ ein vereinigtes Deutschland an, womit sie aber auf den Widerstand der Fürsten stieß. Die berühmtesten Mitglieder dieser Burschenschaft waren Tunvater Jahn, Fritz Reuter, Ludwig Uhland, Hoffman von Fallersleben und Ernst Moritz Arndt.

Unter Metternich kam es daraufhin zu der „Demagogenverfolgung“, den Karlsbader Beschlüssen. Diese ermöglichten ein scharfes Vorgehen gegen freiheitliche und nationale Bestrebungen innerhalb des Deutschen Bundes. Die Universitäten wurden hinfort streng überwacht und die Presse unterlag schärfster Zensur. Demagoge heißt Volksverführer, also Volksverhetzer. Viele der besten deutschen Männer wurden Opfer dieser Verfolgung.

Ab 1818/19 wurden Jahn und sein Turnwesen auf Betreiben Metternichs in Preußen und anderen deutschen Staaten verboten, die Turnplätze wurden geschlossen und Jahn wurde zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt. Nach seiner Freilassung wurde die Bedingung geknüpft, sich zukünftig in keiner Universitäts- oder Gymnasialstadt niederzulassen. 1840 erfolgte seine Rehabilitierung durch König Friedrich Wilhelm IV. und die Verleihung des „Eisernen Kreuzes“.

Bekenntnis

Friedrich Ludwig Jahn nahm 1848 (nach dem Sturz Metternichs) an der Gründung des Deutschen Turner-Bundes teil. Die „Schwanenrede“, in der er sich eindrucksvoll zur deutschen Einheit bekannte, war seine Reaktion auf das Zerwürfnis mit den republikanisch gesinnten Turnern. Ein Zitat aus der Schwanenrede: “Deutschlands Einheit war der Traum meines erwachenden Lebens, das Morgenrot meiner Jugend, der Sonnenschein der Manneskraft und ist jetzt der Abendstern, der mir zur ewigen Ruhe winkt.”


Autor: Ein JN-Aktivist aus Baden-Württemberg

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