Gewaltprävention – wie wirksam ist sie?

06. Oktober 2011

Was es wirklich braucht!

Das Wort Gewalt leitet sich vom althochdeutschen Wort ‚waltan‘ ab, das für “stark sein” und “beherrschen” steht. Das Ziel einer Gewaltprävention ist die Verhinderung und Reduzierung von Gewalt. Nur ist die Frage: Was ist Gewalt? Es gibt physische, psychische und verbale Gewalt. Des Weiteren sind dabei folgende Gewaltformen zu unterteilen:

•    Beabsichtigte Gewaltausübung, die den einzigen Zweck hat, den anderen bewusst zu verletzen
•    Instrumentelle Ausübung, die Gewalt bewusst als Mittel zum Zweck einsetzt
•    Nicht beabsichtigte, aber als Nebeneffekt des eigenen Handelns in Kauf genommene Verletzung anderer.

Die Unterteilung ist wichtig, da Gewaltprävention nicht nur die Handlungen, sondern vor allem auch die Absichten und Motive einer Gewalttat berücksichtigen sollte.

Präventive Veranstaltungen finden beinahe an allen Schulen statt, schon in Kindertagesstätten wird dieses Thema besprochen. Die Zielsetzungen der Gewaltprävention bei Jugendlichen sind:

•    Sensibilisierung für Gewalt
•    Stärkung des Selbstbewusstseins
•    Einüben von Solidarität und Zivilcourage
•    Verhalten in Konfliktsituationen
•    Rat und Hilfe holen
•    Erlernen von Verteidigungstechniken

Aber wie wirksam ist diese Gewaltprävention? Schon seit Jahren existieren diese Konzepte, und doch werden jugendliche Gewalttaten immer schlimmer und vor allem immer brutaler. Rein statistisch müsste aber jeder der Täter schon einmal mit so einer präventiven Veranstaltung in Berührung gekommen sein. Aber gebracht hat es offenbar nichts. Die im vergangenen Jahr unter mysteriösen Umständen zu Tode gekommene Jugendrichterin Kirsten Heisig sagte dazu: „Wenn ich die Akten der jugendlichen Täter sehe, ist im Rückblick leicht zu sehen, was schiefgegangen ist.“

Was schiefgegangen ist, sagt uns zum Beispiel ein Interview mit der Buchautorin Frieda Norka in der Zeitschrift eigentümlich frei (Ausgabe Nr. 109; 14.Jg.), die in Bezug auf Amokläufe an Schulen über „katastrophale Zustände“ in selbigen spricht. Vor allem Mobbing in der Schülerschaft, sowie auch überforderte und schlecht ausgebildete Lehrer sind nach Meinung der Autorin die Hauptursache für die extreme Gewalt eines Amoklaufes. Nicht nur der Amokläufer selber muss daher in den Fokus, sondern insgesamt das gesellschaftliche Klima. Gerade hier sind Vergleiche wohl sinnvoll. So gab und gibt es in Gesellschaften mit geringerer Konsumorientierung eindeutig weniger psychische Fehlentwicklungen als in unserer so schönen, modernen, hochkapitalistischen westlichen Welt. In einem Land, wo Gemeinschaft real ist, fällt das einzelne Individuum nur durch Einzigartigkeit für das Wohl des Ganzen auf. In einem Land, wo die Stärke durch alle erreicht wird, kann das Schwache minimiert werden. Eine Ursache für Mobbing ist so gesehen durch fehlende Gemeinschaft von mobbenden und gemobbten Teilen der Gesellschaft zu erklären.

Doch zurück zur deutschen Bildung. Auch diese wird wohl systematisch vom Kapitalismus kaputt gemacht. Der Lehrer und Publizist Karlheinz Weißmann wies unlängst daraufhin, dass unser Bildungssystem nur auf den Markt ausgerichtet und das humboldtsche Bildungsideal aus diesem Grund dafür nicht mehr notwendig sei.

Wo muss man also ansetzen, um gelungene Gewaltprävention zu betreiben? Und wie gestaltet man gelungene Gewaltprävention? Ein Faktor der Problemkonstellation ist unserer Meinung nach – neben der eben angesprochenen Bildung – gleichermaßen das Elternhaus. Denn da, wo Kinder vor dem Fernseher geparkt werden und sich Dinge ansehen, von denen die Eltern meist nichts ahnen, ist es eigentlich schon vorauszusehen, was aus den Kindern wird. Viele Eltern scheinen sich ihrer Funktion als Vorbild nicht bewusst zu sein. Die zunehmende Gewalt auch in der Sprache geht an den Kindern nicht spurlos vorbei.

Wenn sich zwei große Jungs an der Bushaltestelle prügeln, ist das für die Jüngeren schon beeindruckend und prägt sie. Im alltäglichen Bild der Kinder sollte jedoch keine Gewalt vorkommen. Weder in Wort noch in Ton oder gar als Schauspiel. Das heißt, Eltern sollten darauf achten, was sich ihre Kinder anschauen, was sie mitbekommen und was für Umwelteinflüssen sie ausgesetzt sind. Die Förderung von Sport sowie von Werten wie Respekt, Ehrlichkeit und Verantwortung muss real gelebt und beigebracht werden.

In was für einer Welt leben wir, in der Amokläufe frappierende Regelmäßigkeit haben, wo Pillen in Getränke geschmissen werden, um Vergewaltigungen zu ermöglichen und Kinder sich in frühesten Jahren gegenseitig als „Hurensohn“ beschimpfen? Wirkliche Gewaltprävention fängt schon bei sich zu Hause an. Es liegt nicht bei den Schulen (Lehrern), für die Erziehung der Kinder zu sorgen, sondern die Verantwortung für das Kind liegt bei den Eltern. Denn nichts prägt Kinder so sehr wie das Elternhaus.

In der heutigen Zeit verliert die Familie zunehmend an Wert; sie atomisiert sich durch Karrierismus, “Gender Mainstreaming” und mehr oder minder starken Egoismus. Dem entgegen zu wirken ist nicht einfach, es kann aber durch Bewusstseinsförderung möglichst breiter Bevölkerungsschichten gefördert werden. Dabei existiert eine Möglichkeit, die schon im Hier und Jetzt praktiziert werden kann. Denn wenn Stärke, Solidarität und Treue von uns selbst vorgelebt werden, dann erreichen wir in unserem direkten Umfeld eine prägende Wirkung. Die Dominanz unserer auffallenden Haltung wird indirekt im gesellschaftlichen Gefüge wirken. Das heißt nicht, dass wir von arabischen oder türkischen Familien die teilweise asozialen Verhaltensweisen (Unterdrückung der Frau, Ehrenmorde oder Aushebelung des Rechtsstaates) gegenüber der autochthonen Bevölkerung übernehmen. Dies bedeutet schlicht, wieder der Familie den Raum und die Liebe zu geben, die an sich jeder Mensch in seinem Streben nach Glück beansprucht.

Lasst uns daher Werte predigen, die uns in kleiner Form in der großen Sache weiterbringen. Die Familie muss als Einheit für den sich gesund entwickelnden Menschen, exklusive pervertierter Gewalt, wieder existent sein!

Das Credo muss also lauten: Durch Stärke der Familie hin zu einer präventiv befriedeten Gemeinschaft in unserem Land.

 

Autorin: Petra Köppe

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