“Die Deutschen braten!”

13. Februar 2012

dresden1945

Der Angriff auf Dresden

In der Nacht vom 13./14. Februar 1945 befinden sich 773 Lancaster-Maschinen des RAF Bomber Command in zwei Wellen im Anflug auf Dresden. Den Besatzungen der Flugzeuge wird vorher gesagt, ihre Ziele seien ein großes Giftgaswerk, wichtige Munitionsfabriken und das Gestapo-Hauptquartier im Zentrum der Stadt. Besatzungen an anderen Luftstützpunkten erklärt man, Dresden sei ein wichtiger Bahnknotenpunkt von entscheidender Bedeutung für den deutschen Nachschub an die Ostfront. Dass Dresden eine der schönsten Städte Europas ist, wissen nur wenige unter den Piloten. Bisher ist diese beeindruckende Stadt an der Elbe vom Luftkrieg fast ganz verschont geblieben. Die Flakbatterien sind Mitte Januar 1945 aus Dresden zur Panzerbekämpfung an die Ostfront abgezogen worden, verblieben sind lediglich hölzerne Geschütz-Attrappen. Air Chief Marshal Harris plant, bei dem Angriff auf Dresden so vorzugehen wie in Hamburg. Mit Hilfe von Sprengbomben sollen zuerst die Dächer abgedeckt und die Fenster zerstört werden, damit die danach abzuwerfenden Brandbomben ihre optimale Wirkung erzielen.

Auf Dresden fallen in dieser Nacht riesige Mengen von Spreng- und Brandbomben, darunter hunderte mit einem Gewicht zwischen 1800 und 3500 Kilogramm, dazu fast 650 000 Brandbomben. Die insgesamt 2659 Tonnen Bomben verursachen einen Feuersturm, wie ihn Hamburg zwei Jahre zuvor erlebt hatte.

Aus dem gesamten Reichsgebiet steigen nur 27 Nachtjäger auf, um den schrecklichsten aller Luftangriffe auf eine deutsche Stadt abzuwehren. Nach diesem Nachtangriff liegen im Stadtgebiet mehr als 20 Quadratkilometer in Schutt und Asche. Zum Vergleich: Während des ganzen Krieges sind durch deutsche Angriffe auf London nicht einmal 2,4 Quadratkilometer zerstört worden. Die RAF büßt in dieser Nacht weniger als ein halbes Prozent an Flugzeugen ein. Der Angriff soll einerseits die Solidarität mit den Sowjets, andererseits auch die verheerende Schlagkraft des RAF Bomber Command zeigen.

Nur einige Stunden später werfen 311 Fliegende Festungen der 8. US Air Force nochmals 771 Tonnen Bomben auf das brennende Dresden ab. Die P-51-Mustangs machen sogar Jagd auf einzelne Menschen in den verstopften Ausfallstrassen und auf Flüchtlingstrecks bei den Elbwiesen, während der Flugplatz in Dresden-Klotzsche auch diesmal verschont bleibt. Hätte man tatsächlich mit diesen Angriffen den verbündeten Sowjets militärisch helfen wollen, so wären die großen Kasernen und riesigen Materiallager am Rande der Neustadt sowie der Flughafen Klotzsche zerstört worden.

Am Donnerstag, dem 15. Februar 1945, sind 210 B-17-Bomber der 8. US Air Force noch einmal über Dresden und laden 461 Tonnen Bomben ab. Da die Stadt mit schlesischen Flüchtlingen überfüllt ist, lässt sich die Zahl der Toten nicht exakt feststellen. Das Statistische Bundesamt (Wiesbaden) hat 60000 errechnet, andere Schätzungen kommen auf über 350000 Tote.

Das Massaker in Dresden verkürzt weder den Krieg, noch beeinflusst es den Vormarsch der Sowjets. Dresden liegt selbst am Tage der Kapitulation noch immer nicht im unmittelbaren Kampfgebiet.

Siehe auch: Janusz Piekalkiewicz – “Der Zweite Weltkrieg”

 

Quelle: Infoportal Schwaben

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