"Ein einheitlicher, vor allem zukunftsfähiger Weg muss her"

19. Oktober 2011

Im Gespräch mit JN-Vize Andy

Der NPD-Bundesparteitag steht ins Haus und wie es aussieht, werden die Weichen für die NPD, und damit auch für die JN neu gestellt werden. Wohin die Reise dabei gehen soll und was das für Arbeit und Ziele der JN künftig bedeuten wird, darüber sprach Aktion-Widerstand.de mit dem stellvertretenden JN-Vorsitzenden Andy.
Aktion-Widerstand.de: Hallo Andy. Du bist seit 2010 stellvertretender JN-Chef. Was sind Deine Ziele und was konntest Du bisher umsetzen?

Andy: Wichtig erscheint es mir vor allem, dass wir ein organisatorisches Grundgerüst formen und die wesentlichen Eckpunkte unseres Wollens in den Fokus unserer Arbeit rücken. Wir müssen uns strukturell und personell besser aufstellen, um innerhalb der nationalen „Bewegung“ eine politische Dominanz zu bilden. Darüber hinaus ist es von elementarer Bedeutung, dass die Arbeit in den Stützpunkten höchste Priorität einnimmt, denn auch die JN können nur dann gute Organisationsstrukturen schaffen, wenn der Unterbau gut aufgestellt und in ständiger Bewegung ist. Ich habe seit Beginn meiner Tätigkeit im JN-Vorstand dazu beigetragen, dass Grundvoraussetzungen geschaffen werden, damit die organisatorische sowie inhaltliche Ausrichtung verfeinert werden kann (z.B. durch die Festlegung organisatorischer Richtlinien und Abläufe oder die Verbesserung der Ausbildung unserer Führungskräfte). Es muss jedoch noch viel Arbeit geleistet werden, sodass wir alle in der JN-Führung noch viel vor uns haben. Darüber hinaus agiere ich als Vertreter der JN auf verschiedenen Veranstaltungen als Redner und unterstütze damit in Zusammenarbeit mit dem Vorsitzenden die Öffentlichkeitsarbeit unserer Organisation.

Aktion-Widerstand.de: Bei der NPD steht der Bundesparteitag an, bei dem es Neuwahlen zur Parteiführung geben wird. Du stehst auch auf der Wunschliste der Herausforderer rund um Holger Apfel und Udo Pastörs. Warum willst Du in den Parteivorstand?
Andy: Grundsätzlich handele ich stets nach dem Grundsatz: Wer Kritik aufwirft, muss auch die Bereitschaft mitbringen, mitzugestalten und mitzuarbeiten, damit eine positive Entwicklung stattfindet. Dies war auch ein Grund dafür, dass ich mich dazu entschieden habe, für den Parteivorstand zu kandidieren. Darüber hinaus begrüße und unterstütze ich das Vorhaben von Holger Apfel und Udo Pastörs, einen wichtigen und vor allem notwendigen Wechsel in der NPD-Führung herbeiführen zu wollen. Es ist an der Zeit, dass die NPD ihr politisches Wirken als Partei reflektiert, um daraus Lehren für ihre Neuaufstellung und Positionierung zu ziehen. Hierbei spielen wesentliche Aspekte wie die Frage der Außendarstellung und der Wahrnehmung durch unsere Landsleute, bzw. das inhaltliche und politische Profil eine entscheidende Rolle. Wir müssen den Spagat wagen und es hinbekommen, dass die NPD sich der Möglichkeiten und Mittel unserer Gegenwart bedient und sich dem Erfolg verpflichtet, ohne dabei grundlegende politische Eckpunkte unseres Wollens, wie zum Beispiel unser Verständnis von Volk und Heimat sowie von Identität und nationaler Souveränität zu verraten und diese aus den Augen zu verlieren.
Aktion-Widerstand.de: Die NPD ist die nationale Wahlpartei in Deutschland. Welche politisch-inhaltlichen Debatten und Ergebnisse erwartest Du vom NPD-Bundesparteitag?
Andy: Die Debatten haben schon längst begonnen. Wir alle können bereits die Thesen, die Vorstellungen, das Verständnis, den Weg und die Zielsetzung der beiden Kandidaten für die Wahl des Parteivorsitzenden aufmerksam im Netz verfolgen. Eine Meinungsbildung kann so bereits im Vorfeld des Parteitages stattfinden. Konstruktiver Wettbewerb fördert bekanntlich neue Ideen und unter Umständen wird ein notwendiger Schwung freigesetzt, welcher der Partei dazu verhilft, sich zu entwickeln und zu bewegen. Ich erhoffe mir daher vom Parteitag ein richtungsweisendes Ergebnis. Es ist endlich an der Zeit, dass  sich die Partei grundsätzlich gegenwartsbezogen und zukunftsorientiert aufstellen muss. Ein einheitlicher, vor allem zukunftsfähiger Weg muss her, wozu eine ansprechende Außendarstellung gehört. In diesem Bereich setzt beispielweise der Landesverband Sachsen gerade mit seiner neuen Vorstellungsbroschüre gute Akzente.

Aktion-Widerstand.de: In einem aktuellen Interview sagt der derzeitige NPD-Chef Voigt durch die Blume, dass er die jungen Aktivisten der JN an die kurze Leine legen möchte. Was sagen Du und die JN-Führung dazu?
Andy: Als stellvertretender JN-Bundesvorsitzender bin ich immer darum bemüht, dass die JN als vollwertiger politischer Partner der NPD anerkannt wird. Wenn wir in unseren Bereichen – und hierzu zähle ich in erster Linie den vorpolitischen Raum – erfolgreich sind, so wird die Mutterpartei davon profitieren können. Statt darüber nachzudenken, wie man die JN gängeln kann – und in diese Richtung zielt Udo Voigt ja wohl mit seiner Aussage, dass die JN „wirklich integraler Bestandteil“ der Mutterpartei werden müsse –, wäre es notwendig, uns mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu unterstützen, damit wir als JN unsere Arbeitsfelder erfolgreich beackern können. Dafür bedarf es auch gewisser Freiheiten und Freiräume – oder wäre der Partei etwa mehr geholfen, wenn noch mehr junge Menschen nicht den Weg zu NPD/JN suchen, sondern sich lieber in freien Kameradschaften engagieren? Im Übrigen denke ich, dass wir eine strikte Trennlinie zwischen den Aufgabenfeldern der NPD und denen der JN brauchen. Kompetenzen müssen konkret festgelegt werden, damit die Entscheidungsträger an ihren Arbeitsergebnissen gemessen werden können.
Aktion-Widerstand.de: Die JN wollen auf dem Bundesparteitag auch Anträge einbringen und umsetzen. Kannst Du diese kurz erläutern?
Andy: Wir werden zwei Anträge zum Parteitag einbringen – leider geht es das nur auf dem Wege eines Initiativantrages, der von mindestens 20 % der Delegierten gestützt wird. Denn absurderweise dürfen zwar noch so kleine Kreisverbände innerhalb der Fristen reguläre Anträge zum Parteitag stellen, nicht aber die Kommunalpolitische Vereinigung (KPV), die Jungen Nationaldemokraten (JN) und der Ring Nationaler Frauen (RNF). Und das, obwohl deren Vorsitzende sogar kraft Amtes Mitglied im Parteivorstand sind. Eben deshalb werden wir gemeinsam mit KPV und RNF einen Initiativantrag auf Satzungsänderung starten, damit künftig die drei NPD-Untergliederungen auch Anträge und Personalvorschläge auf Parteitagen einbringen können.
Außerdem wollen wir dafür sorgen, dass die nationale Jugendarbeit der NPD endlich auf ein gesundes Fundament gestellt werden kann. Es ist immer schön zu hören, wenn voller Pathos erklärt wird, dass die Jugend unsere Zukunft ist. Aber bei der praktischen Umsetzung hat man oft den Eindruck, dass die Parteiführung auf Tauchstation geht. Beim Parteitag 2010 haben wir bereits einen Antrag zur Unterstützung der Jugendarbeit eingebracht. Die Diskussion hat damals gezeigt, wie wenig selbst der Parteiführung über unsere Arbeit bekannt ist. Dem Parteivorsitzenden war nicht einmal genau bekannt, in welcher Höhe die Jugendarbeit unterstützt wird. Zusammen mit Bundesschatzmeister Ulrich Eigenfeld schwadronierte er öffentlich über die angebliche Höhe der Jugendförderung. Voigt sprach von einer jährlichen Förderung von 60.000 €, Eigenfeld von 40.000 €. Unser Chef Michael musste beide korrigieren und richtigstellen, dass es lediglich 16.000 € waren. Und das, obwohl die Partei allein aus der staatlichen Parteienfinanzierung über eine Million Euro bekommt!
Gerade vor dem Hintergrund der Erfolge einer systemtreuen Vereinigung wie etwa der Piratenpartei, die gerade bei jungen Menschen immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist es einmal mehr notwendig, dass die Parteiführung die Dringlichkeit der Unterstützung der Arbeit der JN erkennt und diese auch konsequent und mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln umsetzt. Wir werden daher massiv unter den NPD-Mitgliedern für unser Vorhaben um Zustimmung werben!
Aktion-Widerstand.de: Die Jungen Nationaldemokraten (JN) sind für ihre offene Zusammenarbeit mit freien Gruppen bekannt. In den Medien hört man immer wieder, dass die JN eine „Scharnierfunktion“ zwischen NPD und jungen parteifreien Aktivisten einnähmen. Wie siehst Du diese Beziehung und wie soll diese „Scharnierfunktion“ in Zukunft aussehen?
Andy: Es ist richtig, dass wir als JN oft gute und enge Verbindungen zu freien Gruppen pflegen. Es werden Veranstaltungen gemeinsam organisiert und unterstützt. Wir stellen so oftmals die Weichen dafür, dass freie Gruppen auch mit der NPD kooperieren und zusammenarbeiten. Deshalb will ich zukünftig im Falle meiner Wahl in den NPD-Parteivorstand auch dazu meinen Beitrag leisten, erfahrene Aktivisten aus allen Bereichen des nationales Lagers für einen bundesweiten Ordnungsdienst / Sicherheitsdienst (OD) zu begeistern und sie für die Arbeit im OD zu gewinnen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass dieser Gedanke und diese Handhabung ein fruchtbarer und zugleich richtiger Weg ist. Wir stellen damit sicher, dass alle Ressourcen im nationalen Milieu ausgeschöpft werden. Mein Ziel ist es, einen Sicherheitsdienst aufzubauen, der sich an bestehenden Standards orientiert. Hierbei bilden Professionalität, Modernität und Innovation hinsichtlich der Wahrnehmung und der Ausrichtung einen entscheidenden Aspekt. Darüber hinaus soll der Sicherheitsdienst an Bedeutung und Attraktivität gewinnen. Dies ist dadurch möglich, dass wir eine starke Organisation aufbauen, eine Vielzahl an kostenneutralen Ausbildungen und Angebotsmöglichkeiten sowie einen verschworenen Mannschaftsgeist schaffen werden.
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Aktion-Widerstand.de: Andy, vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für die Zukunft!
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Das Interview führte Thorsten Müller

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