"Rückzug aller Besatzer aus Deutschland, sowie aus allen ehemals freien Ländern"

21. August 2011

Im Gespräch mit den Organisatoren des Nationalen Antikriegstages in Dortmund
Jedes Jahr Anfang September steht die nationale politische Arbeit in Dortmund ganz im Zeichen der Vorbereitung und Durchführung des “Nationalen Antikriegstages”. Die Veranstaltung, die 2005 als regionale Demonstration ihre erste Auflage erfuhr, hat sich über die Jahre einen festen Platz im Kalender des Nationalen Widerstandes erarbeitet. Auch in diesem Jahr wird der Nationale Anitkriegstag wieder in Dortmund über die Bühne gehen. Bereits zum siebten Mal werden am 3. September Hunderte Nationale Aktivisten aus ganz Deutschland erwartet, um in der Ruhrpottmetropole gemeinsam ein Zeichen gegen Imperialismus und völkerrechtswidrige Kriege zu setzen. Die Redaktion von aktion-widerstand.de sprach aus diesem Anlass mit den Organisatoren des Antikriegstages.

aktion-widerstand.de: Beschreibt doch bitte zuerst unseren Lesern die Entstehungsgeschichte des nationalen Antikriegstages, sowie dessen Intention und inhaltliche Ausrichtung.
Antwort: Den nationalen Antikriegstag gibt es seit dem Jahr 2005. Damals demonstrierten 240 Aktivisten durch Dortmund, während zeitgleich auch in Berlin eine nationale Antikriegsdemonstration stattfand, an der sich 150 Personen beteiligten. Ziel war es, die Öffentlichkeit und auch die eigenen Reihen für die völkerrechtswidrigen Kriege, die an den verschiedensten Stellen der Welt geführt werden, zu sensibilisieren. Inhaltliche Aspekte liegen deshalb bei den verschiedenen, völkerrechtswidrigen Kriegen, welche derzeit von den USA und ihren Handlangern geführt werden. Ob im Kosovo, in Afghanistan oder dem Irak, unter fadenscheinigen Gründen werden Regierung abgesetzt und die Länder anschließend in einen Jahrzehntelangen Besatzungszustand versetzt. An solchen Beispielen lässt sich auch gegenüber dem Bürger aufzeigen, dass unser Land am 8. Mai 1945 nicht befreit wurde, sondern ähnlich wie die oben erwähnten Staaten besetzt und um das eigene Selbstbestimmungsrecht beraubt worden ist. Eine zentrale Forderung der jährlichen Antikriegstagsdemonstration ist deshalb der Rückzug aller Besatzer aus Deutschland, sowie aus allen ehemals freien Ländern.
aktion-widerstand.de: Im September dieses Jahres wird zum siebten Mal der Antikriegstag in Dortmund stattfinden. Wie schätzt Ihr gegenwärtig das Gelingen einer Demonstration ein, beziehungsweise welche Vorbereitungen trefft Ihr, gerade hinsichtlich der Ereignisse der letzten Jahre, sowie der andererer Großveranstaltungen wie zum Beispiel Leipzig oder Dresden?
Antwort: Nach den Schikanen der beiden letzten Jahre sind wir natürlich nicht so blauäugig und gehen dementsprechend nicht davon aus, dass unsere Veranstaltung ohne staatliche Behinderungsversuche vonstatten gehen wird. Obwohl wir bereits jetzt den Auflagenbescheid zugestellt bekommen haben, in welchem uns eine Demonstration gestattet wird und auch eine Aufzugsstrecke bereits festgelegt ist, bereiten wir uns auf alle Eventualitäten vor. Im vergangenen Jahr erfolgte beispielsweise erst zwei Tage vor der Versammlung ein Verbot, das erst am Mittag des Veranstaltungstages aufgehoben wurde. In Ignoranz der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes reduzierte die Dortmunder Polizei unsere erlaubte Demonstration damals allerdings kurzfristig auf eine Kundgebung. Damit fanden sich allerdings nicht alle Teilnehmer ab, so dass sich zwei Spontandemonstrationen durch Dortmund entwickelten, von denen eine über vier Kilometer durch den Osten unserer Stadt zog. Weiterhin haben wir im Nachhinein Klage erhoben, um die kurzfristige Beschränkung auf eine Kundgebung durch juristische Entscheidungen als rechtswidrig feststellen zu lassen.
aktion-widerstand.de: In den Jahren zuvor habt ihr rund um den Antikriegstag mehrere Aktionen und Veranstaltungen durchgeführt. Wie verhält es sich in diesem Jahr? Welche Zielsetzungen habt Ihr Euch gestellt und was erhofft Ihr Euch, durch Euer Engagement regional und überregional zu bewirken?
Antwort: Auch 2011 werden wir im Vorfeld zahlreiche Aktivitäten durchführen. Dazu gehören neben dem Verbreiten unserer Werbematerialien – beispielsweise Aufklebern, Flugblättern und Plakaten – auch Informationsstände, Kundgebungen und andere öffentlichwirksame Aktionen, die im Vorfeld der Versammlung abgehalten werden. Außerdem finden mehrere Mobilisierungsveranstaltungen statt, mit denen wir intern über die Entwicklung der Antikriegstagsdemonstration, sowie die aktuellen Entwicklungen und den aktuellen Mobilisierungsstand informieren möchten. Unser Ziel ist es, neben der Sensibilisierung der eigenen Reihen für eine antiimperialistische Politik, der Bevölkerung das immergleiche Schema vor Augen zu führen, mit dem westliche Staaten Kriege für Profit und Wirtschaftsinteressen beginnen. Während nahezu alle Konflikte mit der Verteidigung von Menschenrechten begründet werden, lassen sich die wirklichen Hintergründe oftmals schnell erkennen. Trotzdem werden diese Zustände – abgesehen von den breiten Protesten gegen den Irakkrieg 2003 – oftmals widerstandslos hingenommen.

aktion-widerstand.de: Seid Ihr der Ansicht, hinsichtlich der immer weitergreifenden Politikverdrossenheit der Menschen, dass die Menschen dort draußen die Situation und Ereignisse im Irak, Afghanistan, Palästina usw. interessiert und sie davon Kenntnis nehmen, bzw. dass sie die politische Wahrheit für sich herausfiltern können? Wie wollt Ihr dort ansetzen?

Antwort: Es ist uns gelungen, dass sich mittlerweile zwangsläufig große Teile der Dortmunder Bevölkerung mit unserer politischen Zielsetzung beschäftigen mussten, da der nationale Antikriegstag wochenlang die Medienberichterstattung dominierte. Ersichtlich ist dies beispielsweise auch daran, dass mit dem „Antikriegstag“, der einst von “demokratischen Kreisen” eingeführt wurde, um an den angeblichen Überfall Deutschlands auf den östlichen Nachbar und Daueraggressor Polen zu erinnern, unsere Veranstaltung assoziert wird und nicht mehr der 1. September, an welchem die jährlichen Selbstgeißelungszeremonien stattfinden. Sicherlich ist die Politikverdrossenheit ein Problem, das als Gegenargument für jegliche politische Betätigung aufgeführt werden könnte. Es hat sich aber gezeigt, dass gerade überregional stattfindende Konflikte großes Interesse erwecken, beispielsweise der Irakkrieg 2003 oder im letzten Jahr der israelische Überfall auf die humanitäre „Free Gaza“-Flotte. Diese wollte Hilfsgüter in den Gazastreifen transportieren und wurde dabei von der israelischen Armee angegriffen, wobei neun „Free-Gaza“-Aktivisten getötet wurden. Es ist wichtig, solche Ereignisse im eigenen Land aufzuarbeiten und den Bürgern internationale Zusammenhänge aufzuzeigen. Wenn die deutsche Bevölkerung erkennt, mit welchen Methoden die Weltbrandstifter vorgehen, wirft das auch im Hinblick auf die eigene, von zwei Weltkriegen geprägte Vergangenheit unseres Volkes, ein anderes Licht auf die Fragen der Entstehung und auch den immernoch aktuellen Besatzungszustand nach 1945. In der Aufarbeitung der durch westliche Staaten geführten Konflikte liegt der Schlüssel, um die daraus resultierenden Erkenntnisse auf unser Volk zu projizieren und sowohl in der Bewertung unserer Vergangenheit, als auch mit Blick auf das Handeln der bundesrepublikanischen Politiker in der Gegenwart, die sich als billige Vasallen fremder Interessen aufspielen, die richtigen Schlüsse zu ziehen.
aktion-widerstand.de: Welche Bilanz zieht Ihr nach sechs Jahren intensiver Aufklärungsarbeit und Engagement? Welche positiven und negativen Erfahrungen und Erlebnisse habt Ihr gemacht?
Antwort: Es ist uns gelungen, den nationalen Antikriegstag als jährlich wiederkehrenden, festen Termin im Kalender der nationalen Bewegung zu verankern. Die höchste Teilnehmerzahl konnte im Jahr 2008 verzeichnet werden, als etwa 1350 nationale Aktivisten aus ganz Europa durch Dortmund demonstrierten. In den beiden Folgejahren versuchten Polizei und staatliche Stellen, durch Repressionen die Teilnehmerzahl zu senken, wobei in beiden Jahren Verbote erlassen wurden, die erst kurzfristig gekippt wurden. Trotzdem fanden sich jeweils um die 1000 Aktivisten ein. Leider haben sich viele potentielle Teilnehmer von den im Vorfeld erlassenen Verboten abschrecken lassen. Wir hoffen deshalb, dass sich im Falle eines neuerlichen Verbotes in diesem Jahr regelmäßig über den aktuellen Rechtstand informiert wird, um selbst bei einer erst kurz vorher erfolgten Genehmigung demonstrieren zu können. Bisher wurde zwar kein Verbot verhängt und es deutet auch bisher nichts darauf hin; nach den Erfahrungen der letzten Jahre ist es aber durchaus in Betracht zu ziehen, dass die Dortmunder Polizei neuerliche Behinderungsversuche starten könnte. Wichtig ist, den staatlichen Repressionen entschlossen entgegenzutreten und sich nicht zermürben zu lassen – denn darauf zielen alle Schikanen ab.

aktion-widerstand.de:
Wie wir erfahren haben, seid Ihr seit vielen Jahren mit Eurer Kampagne aktiv. Ihr habt somit viele Erfahrungen sammeln können, wodurch sich Eure Sichtweise hinsichtlich politischer Agitationsmöglichkeiten geschärft hat. Seid Ihr der Meinung, dass es unter Umständen an der Zeit ist, neue Akzente im politischen Wirkungsfeld zu setzen, um dadurch neue Wege zu gehen, ohne dabei das Altbewährte abzulegen?

Antwort: Unsere Demonstration befindet sich ebenso wie alle politischen Strömungen in einer fortwährenden Weiterentwicklung. Während anfangs nur der Demonstrationstag selbst im Mittelpunkt stand, konnten in den beiden letzten Jahren sogenannte „Aktionswochen“ im Vorfeld durchgeführt werden, in denen es täglich verschiedenste Aktivitäten gab. Dadurch wurde nahezu jeder Dortmunder Bürger im Verlaufe dieser beiden Wochen mit der nationalen Bewegung konfrontiert und nicht wenige gaben an, sich bereits mit unserer Demonstration befasst zu haben. Auch das Anwenden unterschiedlicher Aktionsformen auf Demonstrationen stellt einen Fortschritt dar, wenn sie darauf ausgerichtet sind, flexibler zu agieren und neue Impulse zu geben. Wichtig ist jedoch, dass diese Verbesserungen und neuen Aktionsformen nicht in subkulturelles Erscheinen abdriften – beispielsweise durch das Hervorheben eigener Kleidung, übermäßigen Gesichtsschmuck oder ähnliches. Wie der Name schon sagt, stellen Aktionsformen eine Handlungsmöglichkeit dar und sollen nicht zur Profilierung oder Bestätigung Einzelner dienen. An der politischen Ausrichtung darf jedoch keine Veränderung vorgenommen werden: Auftrittsformen sind variabel und können nach Belieben angepasst werden, wenn sich daraus Verbesserungen versprochen werden – Unsere politischen Positionen aber stehen fest.
aktion-widerstand.de: Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg am 3. September 2011!
Antwort: Wir bedanken uns für das Gespräch und hoffen, möglichst viele Leser in Dortmund begrüßen zu können!
 
Weitere Informationen zum 7. Nationalen Antikriegstag findet Ihr unter www.antikriegstag.org
 
Das Gespräch führte Andy

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