Wann stürzen unsere Mubaraks?

28. Februar 2011

Eine Zeitlang hielten die Massendemonstrationen in Tunesien und Ägypten die Weltöffentlichkeit in Atem. Und Grund zur Euphorie gibt es offenbar auch: Mubarak stürzt, die »Bürgergesellschaft« regt sich jetzt auch in anderen Weltteilen. Aber: viel schöner wäre es doch, sie würde sich endlich auch bei uns in Deutschland regen. Tut sie aber nicht. Millionen Deutscher lassen sich immer himmelschreiendere Zumutungen lammfromm gefallen, und es muß schon knüppeldick kommen, daß aus biederen Bundesbürgern hin und wieder lautstarke »Wutbürger« werden. Die Wut währte leider nicht lange.


So braucht man sich nicht darüber zu wundern, daß »unsere« Politiker mit uns machen können, was sie wollen. Milliardenschwere »Rettungsschirme«, für die unser Volk noch generationenlang bluten darf? Billionen für marode Zockerbanken? Milliardenausgaben für zugewanderte Kostgänger, die uns nichts außer vielleicht demnächst bürgerkriegsartige Zustände bringen? Alles kein Thema für bundesdeutsche »Wutbürger«.

Die verhaltene Freude hiesiger Gutmenschen über den Umbruch in Nordafrika ist deshalb reichlich daneben. Sie vergessen, daß auch unser politisches und gesellschaftliches System zum Gutteil auf Lüge, Willkür und Rechtsbruch beruht. Über die Staatsordnung der Bundesrepublik wurde zu keiner Zeit irgendein Souverän um seine Meinung befragt.

Unser Gemeinwesen ist bis heute ein Konstrukt der Alliierten, ein Staats-Surrogat ohne Souveränität und Legitimität.
Es wurde zudem gegen jedes Völkerrecht um ein sattes Viertel seines Staatsgebietes verkleinert, die dort lebenden rund 12 Millionen rechtmäßigen deutschen Bewohner wurden vertrieben, an die drei Millionen teils bestialisch ermordet. Jede »normale« Regierung eines von solchem Unheil betroffenen Volkes würde dieses Unrecht jahrein, jahraus ohne Unterlaß zum Himmel schreien. In Deutschland nicht. »Unsere« Politiker heißen Merkel und Westerwelle und Wulff.

In Ägypten, wird uns gesagt, seien die Menschen am Ende gegen Unrecht und Perspektivlosigkeit aufgestanden. Bei uns haben sie zum Nachdenken keinen Grund und keine Zeit mehr, weil der Tank immer noch voll ist und auf der Mattscheibe den ganzen Tag RTL läuft. Daß unser ganzes Dasein als »Bundesbürger« auf Lug und Unterdrückung ruht, ist für den Großteil unserer Mitbürger ein Film von einem anderen Stern. Dabei gäbe es auch in unseren Breiten jede Menge Mubaraks, die ihres Sturzes harren.


Autor: Karl Richter

Junge Nationalisten - Geschwister-Scholl-Str. 4 - 01591 Riesa    |    Impressum    |    Datenschutz