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Warum der Nationalismus antikapitalistisch ist – Teil 1

Oft findet es besonders in internationalistischen Kreisen Verwendung. Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler sind sich nicht einmal einig, ob es sich dabei um einen wissenschaftlichen Begriff handelt. Die Verwendung des Wortes Kapitalismus ist heute so mannigfaltig, dass man schwer eine einheitliche Definition finden wird. Dennoch ist es insbesondere für uns Nationalisten notwendig diesen Begriff in unserer politischen Propaganda zu verwenden. Während im 19. Jahrhundert ein Kapitalist noch etwas anrüchiges war und man diese Vokabel eher als Kampfbegriff gegen eine bestimmte Sorte von Menschen verwendete, finden sich heute nicht selten bestimmte Individuen, die sich dem kapitalistischen Händlergeist angehörig fühlen.

Lassen wir das „-ismus“ weg, bleibt nur noch das Wort Kapital übrig. Im betriebswirtschaftlichen Sinne wird unter Kapital oft „eine zu verwendende, zu beschaffende oder zu verwaltende abstrakte Wertsumme der Bilanz“ verstanden (Olfert, 2003). Demnach sei Kapital lediglich Geld, das bspw. für einen Investitionszweck Verwendung findet. Doch bei genauer vor allem volkswirtschaftlicher Betrachtung fällt auf, dass diese Definition zu kurz kommt. Einen Blick in den Brockhaus ergibt  ein etwas abgewandeltes Bild. Hier wird Kapital als eine „zinsbringend angelegte Geldsumme“ bezeichnet (Brockhaus in einem Band, 2002).

Demnach sei, nach Reiner Bischoff, der Kapitalismus nicht – wie heute üblich – rein mit dem Begriff „Marktwirtschaft“ zu übersetzen, sondern ein Synonym für „Zinswirtschaft“ (Bischoff, 2002). Diese ist Ursache für die finanzwirtschaftlichen und wirtschaftspolitischen Fehler der heutigen Zeit. Während derzeit oft von einem griechischen Schuldenschnitt fabuliert wird, fragt sich der unbescholtene Bürger, was es damit auf sich hat. Warum kann ein ganzes Land, eine ganze Nation heute bankrottgehen bzw. hoch verschuldet sein. In der Bundesrepublik Deutschland weißt man mittlerweile auch schon eine Staatsverschuldung von knapp 2,2 Billiarden (!) Euro auf . Hier herrscht eine Pro-Kopf-Verschuldung von 26.278 € (Stand: 03.02.2015) vor. Während dieser Artikel geschrieben wird verschuldet sich die BRD um weitere 5.601.600 € (Verschuldung pro Sekunde 1.556 €, Stand: 03.02.2015). Man muss kein Wirtschaftswissenschaftler sein, um zu verstehen, dass dies nicht lange gut gehen kann. Die Verschuldung wächst heute exponentiell. Das bedeutet, dass die Verschuldung bei gleichbleibenden Zeitschritten immer um denselben Faktor mehr wird. Mit anderen Worten: Die Verschuldung wächst immer rasanter und das unendlich. In der Mathematik nennt man so etwas ein exponentielles Modell eines Wachstumsprozesses. Doch ist das noch realistisch? Wo finden wir solche Modelle in der Natur? Zum Beispiel bei dem Ebola-Virus. Er breitet sich ebenfalls, wie die Verschuldung der Staaten – und dabei ist es egal ob griechische, britische, amerikanische, deutsche oder die Verschuldung anderer im liberalkapitalistischen System gefangenen Nationen – aus. In der Natur endet dieser exponentielle Prozess dann – wie im Falle Ebola – mit der Zersetzung des Körpers. Ein nicht vorteilhaftes Ende also.

In der marxistischen oder linken Theorie und Kapitalismuskritik wird hier oftmals die inhaltliche Gleichsetzung mit der Marktwirtschaft vorgenommen. Doch kann es nicht im Interesse der Menschen und besonders der Sozialisten sein, die marktwirtschaftliche Ordnung als solche anzugreifen. Der Kapitalismus (hier im Sinne einer Zinswirtschaft) zerstört diese vielmehr. Marktwirtschaft (früher auch Verkehrswirtschaft genannt) sollte eine ordnungsstiftende ökonomische Konzeption sein, die auf den Naturgesetzen aufbaut. Das bedeutet nicht, dass die heute sog. Freie Marktwirtschaft (wobei hier bezweifelt werden darf, dass es sich hierbei um wirtschaftliche Freiheit handelt) zu begrüßen ist. Die veraltete und längst widerlegte Formel des „freien Spiels der Kräfte“, die von einer angeblich unsichtbaren Hand gelenkt werden, haben einen ausufernden Casino-Kapitalismus erst möglich gemacht. Nach Walter Eucken sind folgende 2 Kriterien für den Laissez-faire kennzeichnend (Eucken, 1952):

1. Die Konsumenten bekommen die Herrschaft über den alltäglichen Wirtschaftsprozess

2. Die Wirtschaftsprozesse werden über Koordination der freiplanenden Einzelwirtschaften mittels Preisautomatismus gelenkt.  

Dieser kann als ein Versuch der Ordnungsstiftung im Wirtschaftsleben bezeichnet werden. Eucken, der eine ordoliberale Wirtschafsauffassung besaß, plädierte dafür, staatlich nur dort einzugreifen (bspw. durch eine geeignete Preis- und Geldpolitik), wo es notwendig ist und dennoch den Menschen frei handeln und wirtschaften zu lassen.

Diese Auffassung unter Berücksichtigung einer Ordnungsmacht, die Missbrauch der individuellen Freiheit auf Kosten des Volkes verhindern soll, kann getrost von uns Nationalisten unterschrieben werden.

Wir halten also fest: Kapitalismus ist nicht gleich Marktwirtschaft, sondern kann mit Zinswirtschaft übersetzt werden, die ein exponentielles Schuldenwachstum hervorruft und mit dem Tod des Wirtschaftskörpers enden muss.

 

Lest morgen den zweiten Teil von “Warum der Nationalismus antikapitalistisch ist”

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